Aus Sicht des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) stehen 20 Prozent – die Stahlproduzenten – im Rampenlicht, währen 80 Prozent in der öffentlichen Wahrnehmung eher Komparsen seien. Dabei seien die Stahlverarbeiter die wahren Protagonisten. schließlich stellten sie fast eine halbe Million Arbeitsplätze, und damit deutlich mehr als die Stahlindustrie. „Stahlverarbeiter nach vorn. Weitet die Safeguards aus und schützt auch sie vor Importen“, fordert daher der Verband daher. Zusätzlich verlangt er von der Regierung eine Senkung der Arbeitskosten, um die Wettbewerbsfähigkeit der meist mittelständischen Unternehmen wiederherzustellen.
WSM fordert Ausweitung der Safeguards
„Wer nur die Stahlproduzenten mit Safeguards schützt, denkt zu kurz“, betont WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Die von der Europäischen Union beschlossenen Schutzmaßnahmen gegen Stahlimporte haben die Stahlverarbeiter „weitgehend vergessen“. Nun dränge der Druck aus Asien Blech- und Massivumformer, Schrauben- und Federnhersteller zunehmend aus dem Wettbewerb. Auftragsrückgänge hätten zur tiefen Strukturkrise geführt, Wohlstand und Beschäftigung in den Regionen seien zunehmend gefährdet. Um diesen Trend zu stoppen, sei eine Ausweitung der Safeguards unumgänglich.
Arbeitskosten gefährden Wettbewerbsfähigkeit
Killer der Wettbewerbsfähigkeit seien – neben den im internationalen Vergleich zu hohen Energie- und Bürokratieerfüllungskosten – zu hohe Arbeitskosten. „Die Regierung muss die Lohnzusatzkosten auf 40 Prozent zurückführen, um die Produktivität anzukurbeln“, so Vietmeyer. Zudem kann der WSM die Zurückhaltung der Bundesregierung bei der Unterstützung von europäischen Local-Content-Regeln nicht nachvollziehen: „Wir müssen unsere Industrien doch schützen. Insbesondere dann, wenn man Beschaffungsprozesse – wie etwa beim Thema E-Mobilität – mit unserem Steuergeld fördert.“
Foto: Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM)