Trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds konnte die SMS group im Geschäftsjahr 2025 ihren Auftragseingang und ihre Profitabilität steigern. Wie das Unternehmen mitteilte, lag der Auftragseingang bei knapp 4 Milliarden Euro und damit rund 350 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand erhöhte sich um rund 110 Millionen Euro auf etwa 6,4 Milliarden Euro. Umsatz (–10 Prozent) und operatives Ergebnis bei SMS (+8,2 Prozent) entwickelten sich hingegen gegenläufig und beliefen sich auf 3,6 Mrd. Euro beziehungsweise 145 Mio. Euro.
Operatives Ergebnis bei SMS steigt trotz Umsatzrückgang
Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr unter anderem aufgrund verschobener Projekte. Fabiola Fernandez, CFO der SMS group, verwies dabei auf die im Anlagenbau übliche Umsatzrealisierung nach der Percentage-of-Completion-Methode. „Wenn Projekte sich verschieben – weil der Kunde das Projekt verschiebt – dann verschieben sich auch Umsätze“, erklärte Fernandez. Der Auftragseingang sei deshalb für SMS „die wichtigere Kennzahl“, da er die Auslastung der kommenden Jahre absichere.
Trotz eines rund 400 Mio. Euro geringeren Umsatzes verbesserte sich das operative Ergebnis bei SMS von 134 Mio. Euro auf 145 Mio. Euro. Fernandez sprach von einer „deutlich besseren Ergebnisqualität“. Grundlage dafür waren unter anderem eine selektivere Projektwahl, geringere Risiken und Verbesserungen in der Projektabwicklung. „Wir haben zwar weniger Umsatz, aber eine deutlich bessere Ergebnisqualität“, sagte die CFO. Die Liquidität habe sich laut Unternehmen um 35 Prozent erhöht. Als Gründe nannte Fernandez ein konsequentes Forderungsmanagement sowie die verbesserte Ergebnislage.
| Kennzahl (in Mio. Euro) | 2024 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | 3.620 | 3.973 | +9,8 % |
| Auftragsbestand | 6.336 | 6.444 | +1,7 % |
| Umsatz | 4.033 | 3.629 | –10,0 % |
| EBIT | 134 | 145 | +8,2 % |
| Liquidität | 929 | 1.254 | +35,0 % |
| Investitionen (F&E) | 155 | 157 | +1,3 % |
Zudem investiert die SMS group weiterhin in Forschung und Entwicklung. Die Ausgaben stiegen dabei leicht von 155 Millionen Euro auf 157 Millionen Euro. „Wir sparen Technologie nicht ein. Wir wollen Technologieführer sein, und dafür müssen wir investieren“, betonte Fernandez.
Europa bleibt bei Dekarbonisierung unter Druck
Mit Blick auf die Marktentwicklung wies CEO Jochen Burg auf anhaltende geopolitische Unsicherheiten und ein schwieriges Investitionsumfeld hin. Vor allem in Europa verlaufe die Transformation der Stahlindustrie langsamer als ursprünglich erwartet. Zwar seien erste Dekarbonisierungsprojekte angestoßen worden, „die zweite Welle lässt aber auf sich warten”, so Burg. Auch Großprojekte verschöben sich derzeit. So arbeite SMS beispielsweise gemeinsam mit Thyssenkrupp Steel an einem neuen Zeitplan für das Direktreduktionsprojekt.
Indien gewinnt für SMS an Bedeutung
Deutlich dynamischer entwickelt sich aus Sicht des Unternehmens dagegen der indische Markt. Dort entstehen in den kommenden Jahren zusätzliche Stahlkapazitäten von rund 150 Mio. t – etwa das Fünffache der deutschen Rohstahlproduktion. Gleichzeitig verliert China für SMS weiter an Bedeutung. Laut Unternehmensangaben hat sich der chinesische Markt inzwischen zu einem Nischenmarkt mit einem Umsatzanteil von rund 200 Millionen Euro entwickelt.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die SMS group trotz anhaltender Unsicherheiten eine stabile Entwicklung. Burg bezeichnete 2026 als „Umsetzungsjahr“. Im Mittelpunkt stünden die Abarbeitung des hohen Auftragsbestands, die weitere Optimierung der Projektabwicklung sowie der Ausbau des Servicegeschäfts. Dieses soll laut Unternehmen jährlich um rund 10 Prozent wachsen.
Foto: SMS group