MINT-Fachkräftemangel verschärft sich durch weniger Studierende

Der MINT-Fachkräftemangel ist real – es braucht mehr MINT-Studenten wie diese Frau (links) und diesen Mann, die im Studium ein paraktisches Problem erörtern.
Der MINT-Fachkräftemangel in Deutschland wächst weiter. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Studienanfänger in Ingenieurwissenschaften und Informatik. Der VDI warnt vor langfristigen Folgen für Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung.

Der MINT-Fachkräftemangel in Deutschland hat sich weiter verschärft. Laut dem aktuellen MINT-Frühjahrsreport fehlten im März 2026 bundesweit 133.900 Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Der VDI sieht darin eine zunehmende Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit, die Innovationskraft und die industrielle Wertschöpfung.

Besonders kritisch bewertet der Verband den Rückgang bei technischen Studiengängen. So sank die Zahl der Studienanfänger in Ingenieurwissenschaften und Informatik zwischen 2016 und 2023 von 143.400 auf 128.400. Bei deutschen Studienanfängerinnen und Studienanfängern ging die Zahl im selben Zeitraum von 106.600 auf 80.100 zurück.

MINT-Fachkräftemangel trifft technische Berufe besonders stark

Als Ursachen nennt der VDI unter anderem sinkende mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern sowie die demografische Entwicklung. Der Verband warnt davor, dass sich der Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften weiter verschärfen könnte.

„Deutschland hat ein Fachkräfteproblem und dadurch eine Wertschöpfungslücke. 7 Milliarden Euro an Wertschöpfung sind bis 2035 möglich, wenn wir das Potenzial von mehr Ingenieurinnen nutzen. Strukturelle Hürden und Klischees müssen wir hierfür abbauen“, erläutert Maximilian Stindt, Arbeitsmarktexperte beim VDI.

Frauen seien in technischen Berufen weiterhin unterrepräsentiert. Um mehr Ingenieurinnen zu gewinnen und langfristig zu halten, seien strukturelle Veränderungen notwendig. Genannt werden unter anderem bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitsmodelle sowie gezielte Fördermaßnahmen für Führungspositionen.

VDI fordert mehr Qualifizierung und Förderung

Der Verband betont zudem die Bedeutung von Weiterbildung und Re-Skilling für die Innovationsfähigkeit des Standorts Deutschland. Ohne zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen drohten langfristige Wettbewerbsnachteile. Auch internationale Fachkräfte seien ein wichtiger Bestandteil der Fachkräftesicherung. Mit dem Programm „VDI-Xpand“ unterstützt der Verband zugewanderte Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt.

VDI-Bildungsexpertin Alina Cohnen fordert zudem einen stärkeren Praxisbezug im Unterricht. „Gerade technische Fragestellungen können beides optimal verbinden“, so Cohnen mit Blick auf Mathematik und Naturwissenschaften. Der VDI sieht Politik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen gleichermaßen in der Verantwortung, dem wachsenden MINT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Foto: Gumpanat/Shutterstock.com

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