Der Stahlhandel und seine Erwartungen an das Jahr 2026

Der Stahlhandel blickt auf das Jahr 2026. Das Bild zeigt die Jahreszahl.
Welche Trends bewegen den Stahlhandel 2026? In einer Umfrage hat die Redaktion eine Reihe Marktteilnehmer zu Erwartungen, Herausforderungen und konkreten Plänen für das frisch angelaufene Jahr befragt.

Tobias Höhnlein, CEO, Wecubex-Gruppe

Tobias Höhnlein, CEO, Wecubex-GruppeWelche Entwicklung bzw. welcher Trend wird den Stahlhandel im Jahr 2026 besonders prägen – und warum?

Im Jahr 2026 wird der Stahlhandel vor allem durch zwei zentrale Entwicklungen geprägt: zum einen durch die zunehmende Verteuerung und Erschwernis globaler Importe infolge von CBAM und Zollquoten – insbesondere bei Produkten, die in Europa kaum im großen Maßstab hergestellt werden, zum anderen durch die wachsende Nachfrage nach europäischem und „grünem Stahl“, die aufgrund geringerer CO₂-Kosten weiter an Dynamik gewinnen wird. Beides führt zu einer strukturellen Verschiebung hin zu regionaleren Lieferketten und zu insgesamt steigenden Preisen für metallische Halbzeuge, auch wenn Nachfrage- und politische Entwicklungen kurzfristige Schwankungen verursachen können.

Welche Wünsche oder Erwartungen haben Sie für das Jahr 2026 – gegenüber dem Markt, den Kunden oder der Politik –, damit der Stahlhandel seine Chancen bestmöglich nutzen kann?

Für 2026 wünsche ich mir verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Wettbewerbsverzerrungen im internationalen Handel reduzieren und gleichzeitig Investitionen in Dekarbonisierung sowie energieintensive Produktion in Europa ermöglichen. Planungssicherheit – ob bei Energiepreisen, Regulatorik oder Förderinstrumenten – ist entscheidend, damit der Stahlhandel seine Chancen im Umfeld von Energiewende, Digitalisierung und sicherheitspolitischen Anforderungen nutzen kann. Ebenso wichtig ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette: Kunden, die Qualität, Nachhaltigkeit und Liefersicherheit höher gewichten als den reinen Preis, stärken den europäischen Industriestandort.

Welche konkreten Pläne bzw. Maßnahmen verfolgt Ihr Unternehmen für das Jahr 2026?

Wecubex wird sich 2026 weiter auf Bereiche fokussieren, in denen nicht allein der Preis entscheidet: komplexe Baugruppen, bei denen wir als Entwicklungspartner früh in die Konstruktion eingebunden sind und ganzheitlich bis zur Auslieferung begleiten. Zusätzlich bauen wir unsere digitale Vertriebsstrategie aus. Mit unserem Onlineshop metallschmiede.com für Rohr und Blech – und ab 2026 auch für Zerspanung – bieten wir die Möglichkeit, individuelle Metallteile einfach und schnell online zu bestellen. Damit differenzieren wir uns klar vom Wettbewerb und stärken unsere Position als innovativer Lösungsanbieter.

www.wecubex.com

 

Fotos: mlangsen – stock.adobe.com (Aufmacher, generiert mit KI), Wecubex-Gruppe (Porträt)

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