Der Stahlhandel und seine Erwartungen an das Jahr 2026

Der Stahlhandel blickt auf das Jahr 2026. Das Bild zeigt die Jahreszahl.
Welche Trends bewegen den Stahlhandel 2026? In einer Umfrage hat die Redaktion eine Reihe Marktteilnehmer zu Erwartungen, Herausforderungen und konkreten Plänen für das frisch angelaufene Jahr befragt.

Markus Krepschik, Geschäftsführer, Wilhelm Oberste-Beulmann GmbH & Co. KG

Markus Krepschik, Geschäftsführer, Wilhelm Oberste-Beulmann GmbH & Co. KGWelche Entwicklung bzw. welcher Trend wird den Stahlhandel im Jahr 2026 besonders prägen – und warum?

Für 2026 erwarten wir eine moderate Belebung des Inlandsgeschäfts, vor allem infolge der angekündigten Investitionsprogramme der Bundesregierung. Gleichzeitig bleiben viele Exportmärkte von Unsicherheiten und zunehmendem Protektionismus geprägt. Insgesamt gehen wir daher von einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld aus: Die Nachfrage wird volatil bleiben, Bedarfe kurzfristiger und kleinteiliger. Für den Stahlhandel bedeutet das vor allem eines – hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Flexibilität und Lieferschnelligkeit.

Welche Wünsche oder Erwartungen haben Sie für das Jahr 2026 – gegenüber dem Markt, den Kunden oder der Politik –, damit der Stahlhandel seine Chancen bestmöglich nutzen kann?

Wir haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich investiert und evaluieren auch weitere Wachstumspotenziale. Damit solche Entscheidungen nachhaltig getroffen werden können, braucht es vor allem eines: Planungssicherheit. Von der Politik wünschen wir uns daher eine verlässliche und industriefreundliche Wirtschaftspolitik, die es der heimischen Industrie ermöglicht, auch künftig wettbewerbsfähig in Deutschland zu produzieren. Zwar exportieren wir in über 40 Länder – dennoch bleibt der Heimatmarkt Deutschland für uns der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt.

Auf europäischer Ebene ist ein klares Bekenntnis zum freien und fairen Handel essenziell. Weniger Handelshemmnisse und verlässliche Rahmenbedingungen sind zentrale Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit unserer Branche.

Welche konkreten Pläne bzw. Maßnahmen verfolgt Ihr Unternehmen für das Jahr 2026?

Nachdem wir in unserem Kerngeschäft zuletzt sowohl die Abmessungspalette erweitert als auch unsere Prozesse weiter optimiert haben, liegt unser Schwerpunkt 2026 klar auf dem Ausbau unserer neuen Sparte pulvermetallurgische Stähle, die wir unter der Marke powderTEC® vertreiben. Hier haben wir gezielt in Bestände, Personal und Abläufe investiert und sehen gutes Potenzial für weiteres Wachstum. Ziel ist es, unsere Position in diesem Segment systematisch auszubauen und unseren Kunden auch hier ein leistungsfähiger Partner zu sein.

www.oberste-beulmann.de

 

Fotos: mlangsen – stock.adobe.com (Aufmacher, generiert mit KI), Wilhelm Oberste-Beulmann GmbH & Co. KG (Porträt)

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