Dr. Marcus Schubbe und Hanns-Jörg Westendorf, Geschäftsführer, Hoberg & Driesch GmbH & Co. KG
Welche Entwicklung bzw. welcher Trend wird den Stahlhandel im Jahr 2026 besonders prägen – und warum?
Das Jahr 2026 wird den europäischen Stahlhandel voraussichtlich stark fordern. Mit Inkrafttreten der geplanten EU-Safeguard-Maßnahmen setzen sich die protektionistischen Tendenzen fort, die den internationalen Warenfluss zunehmend einschränken. Diese Maßnahmen werden Handelsströme partiell neu ausrichten und die Beschaffungssituation spürbar verändern. Für die Hoberg & Driesch Röhrengruppe steht dabei im Vordergrund, durch ein breit aufgestelltes Beschaffungsnetzwerk und flexible Lager- und Logistikstrukturen die Versorgungssicherheit unserer Kunden zu gewährleisten.
Neben den regulatorischen Veränderungen bleibt die geopolitische Lage ein entscheidender Einflussfaktor. Marktvolatilität und Lieferkettenrisiken verlangen nach einem Handel, der schnell reagieren und stabile Lösungen bieten kann. Hier sehen wir unsere Stärke – als verlässlicher Partner, der Erfahrung, Marktkenntnis und internationale Präsenz verbindet und den Wandel mitgestaltet. Unsere Investitionen der letzten Jahre haben einen nachhaltig leistungsfähigen Betrieb geschaffen, der in puncto Effizienz und Kostenbewusstsein seinesgleichen sucht.
Welche Wünsche oder Erwartungen haben Sie für das Jahr 2026 – gegenüber dem Markt, den Kunden oder der Politik –, damit der Stahlhandel seine Chancen bestmöglich nutzen kann?
Von der Politik erwarten wir für 2026 vor allem Planungssicherheit und eine ausgewogene Balance zwischen Schutzmaßnahmen und freiem Wettbewerb. Nur so kann der Stahlhandel seine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Produzenten und verarbeitender Industrie auch künftig erfolgreich ausfüllen.
Fotos: mlangsen – stock.adobe.com (Aufmacher, generiert mit KI), Hoberg & Driesch GmbH & Co. KG (Porträt)