Voestalpine AG profitiert 2025/26 von Luftfahrt und Bahninfrastruktur

Firmensitz der Voestalpine AG mit Logo auf dem Dach
Voestalpine hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit deutlichen Ergebnissteigerungen abgeschlossen. Rückenwind erhielt der Konzern insbesondere aus den Bereichen Luftfahrt, Bahninfrastruktur und Lagertechnik. Belastend wirkte unter anderem die schwache Entwicklung in Teilen der Automobilindustrie.

Das Konzernergebnis der Voestalpine AG vor Steuern stieg deutlich auf 587 Mio. EUR (Vorjahr: 271 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich markant auf 424 Mio. EUR (Vorjahr 179 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse der Voestalpine AG im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. April 2025 bis 31. März 2026) fielen im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent von 15,7 Milliarden Euro auf 15,1 Milliarden Euro ab. Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich auf 1,5 Milliarden Euro (zuvor 1,3 Milliarden Euro). Der Voestalpine-Konzern konnte das Betriebsergebnis (EBIT) um 59 Prozent von 455 Millionen Euro auf 724 Millionen Euro ausweiten. Zum Stichtag 31. März 2026 beschäftigte der Konzern weltweit rund 48.800 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente). Das sind um 1,8 Prozenz weniger als im Vorjahr (49.700). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den Reorganisationsmaßnahmen in Produktions- und Vertriebsbereichen der High Performance Metals Division sowie im Geschäftsbereich Automotive Components der Metal Forming Division.

Unterschiedliche Entwicklung in den Geschäftsbereichen

Die Entwicklung der einzelnen Unternehmensbereiche zeigte ein differenziertes Bild. Während die Nachfrage im Geschäftsbereich Railway Systems unverändert positiv blieb und sich auch in der Luftfahrt die anhaltend hohe Nachfrage fortsetzte, verharrten die Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie stabil auf niedrigem Niveau. Im Energiebereich blieb der Bedarf an Produkten der Steel Division positiv, auch die Nachfrage aus der Automobilindustrie erwies sich in der Steel Division als robust. Der Geschäftsbereich Automotive Components der Metal Forming Division war hingegen weiterhin von der sehr verhaltenen Marktdynamik in der Automobilproduktion, insbesondere in Europa, betroffen. Als Wachstumstreiber erwies sich erneut die Lagertechnik. Spürbare Auswirkungen hatten im Geschäftsjahr 2025/26 die seit 4. Juni 2025 geltenden US-Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Stahl, die zu einer Ergebnisbelastung in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-EUR-Betrages geführt haben.

Die Voestalpine AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2025/26 eine starke Auftragslage in wichtigen Bereichen der Weiterverarbeitung. Neben Rekordaufträgen in der Luftfahrt und Lagertechnik konnte der Konzern auch seine Position als Systemanbieter von kompletten Bahninfrastruktursystemen weiter stärken. So stattete Voestalpine jüngst die gesamte Koralmbahn in Österreich mit ihren Produkten aus. Die Deutsche Bahn (DB) und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) platzierten Aufträge in Höhe von 500 Millionen Euro, die die Lieferung von Schienen- und Weichensystemen bis hin zu Signaltechnik- und Überwachungsleistungen umfassen.

Rückenwind kam zudem auch aus der internationalen Luftfahrt. Hier sicherte sich Voestalpine Aufträge im Wert von rund einer Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre. Ein großer Teil davon wurde mit dem europäischen Flugzeughersteller Airbus vereinbart und deckt das gesamte Leistungsspektrum ab – von Hochleistungswerkstoffen über komplexe Schmiedeteile bis hin zu einem umfangreichen globalen Logistikservice. Im Bereich Hochregallagersysteme wurde zudem der bisher größte Auftrag – die Errichtung eines modernen, 40 Meter hohen Logistik-Hubs in Istanbul – gewonnen.

Voestalpine AG führt Reorganisationsmaßnahmen fort

Die bereits im Geschäftsjahr 2024/25 gestarteten Maßnahmen zur Reorganisation jener Geschäftsbereiche, die mit strukturellen Veränderungen konfrontiert sind, wurden weitergeführt. Wie berichtet, stellt die Voestalpine AG den Bereich Automotive Components in Deutschland neu auf. Ziel ist es, den Automobilzulieferbereich der Metal Forming Division langfristig abzusichern. Die High Performance Metals Division konzentriert ihr Produktportfolio auf das technologisch anspruchsvolle Segment der Hochleistungswerkstoffe.

Mit der Veräußerung der Buderus Edelstahl in Wetzlar (Deutschland), weltweiten Standortkonsolidierungen, Kapazitätsanpassungen der Voestalpine Böhler Bleche in Mürzzuschlag (Österreich) und dem Verkauf der Voestalpine Böhler Profil (Österreich) ist die Portfoliobereinigung innerhalb der Division weitgehend abgeschlossen. Bei der Voestalpine Tubulars in Kindberg (Österreich), einer Gesellschaft der Metal Engineering Division, war insbesondere aufgrund der erheblichen Belastungen durch die 50-Prozent-US-Zölle im Hauptabsatzmarkt USA eine Anpassung der Produktion an die geringere Nachfrage notwendig.

Im Zuge der Reorganisationsmaßnahmen musste auch der Personalstand angepasst werden. In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat der betroffenen Gesellschaften wurden Sozialpläne erarbeitet und dort, wo es möglich war, Mitarbeiter:innen Perspektiven an anderen Standorten angeboten.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026/27

Die geopolitischen Turbulenzen, welche weite Strecken des abgelaufenen Geschäftsjahres 2025/26 geprägt haben, werden aus heutiger Sicht auch das kommende Geschäftsjahr 2026/27 wesentlich beeinflussen. Neben dem bis dato ungelösten Konflikt im Nahen Osten mit den daraus folgenden Effekten auf Energiepreise und Inflation, haben auch die wirtschaftlich-rechtlichen Rahmenbedingungen zwischen Europa und Nordamerika keinen stabilen und verlässlichen Zustand erreicht.

Das Geschäftsjahr 2026/27 wird demnach wesentlich von Entwicklungen außerhalb der Einflusssphäre des Unternehmens beeinflusst werden. Das Management der Voestalpine AG wird aber wie bisher sorgfältig, konsequent und rasch auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren. Die breite Aufstellung und die konsequent verfolgte Strategie wirken dabei unterstützend. Aus heutiger Sicht werden sich in einem weltwirtschaftlichen Umfeld, das mit jenem des Vorjahres vergleichbar ist, auch die wesentlichen bisherigen Markttrends weitgehend fortsetzen.

Vor diesem Hintergrund anhaltend hoher geo- und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten, des Fortlaufens bestehender Markttrends sowie positiver Effekte aus der Umsetzung interner Maßnahmen, erwartet der Vorstand der Voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2026/27 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro.

Foto: Voestalpine

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