Die 563 m lange Westmole auf Helgoland ist das Schutzbauwerk für den Südhafen, der Lebensader der pittoresken Felseninsel mitten in der Deutschen Bucht. Damit sie den zerstörerischen Kräften der Nordsee auch weitere Jahrzehnte Stand hält, wird die massive Schutzmauer an der Südspitze der rund einen Quadratkilometer großen Hauptinsel bis 2028 von Grund auf instandgesetzt. Dabei hält das Bauwerk ein besonders widerstandsfähiger Werkstoff zusammen: der hochkorrosionsbeständige Bewehrungsstahl Top12 von Swiss Steel Group.
Resilienter Stahl für Helgoland
Top12 wurde gezielt für Bauteile mit erhöhter Chloridbelastung entwickelt. Die Resilienz dieses innovativen Spezialstahls gegenüber chloridinduzierter Korrosion ist um ein Vielfaches höher als die von konventionellem Betonstahl. Der Bewehrungsstahl verleiht selbst Bauwerken in der besonders aggressiven Spritzwasser- und Gezeitenzone in Meeresnähe eine überragende Widerstandsfähigkeit und eignet sich daher ideal für kritische Küstenschutz-Infrastruktur, wie es die Westmole auf Helgoland darstellt.
Der hochlegierte, nichtrostende Stahl der Werkstoffklasse 1.4003 mit einem Chromanteil von über zwölf Prozent gilt dem Stahlhersteller als ein Paradebeispiel für die Nutzung gruppenweiter Synergien. Im Elektrolichtbogenofen der Deutschen Edelstahlwerken (DEW) am Standort Siegen werden die Knüppel nach präziser Analyse erschmolzen. Bei Steeltec im Schweizer Emmenbrücke werden sie zu hochwertigem Betonstahl warmgewalzt. Am Standort Hagen, ebenfalls ein DEW-Werk, erfolgt die finale Veredelung. Hier wird der Stahl gebeizt und werden die Ringe in kompakte und sauber gespulte Coils verwandelt, damit sie von den Kunden optimal weiterverarbeitet werden können.
Richtungsweisendes Pilotprojekt
Rund 2.500 Tonnen korrosionsbeständiger Bewehrungsstahl werden in die Westmauer für den Südhafen auf Helgoland verbaut, das ist das bisher größte Projekt für diesen Werkstoff. Das Bauwerk ist nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch ein Statement zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Zum einen wird es aus modernem, klinkerreduziertem Beton errichtet, zum anderen kommt mit Top12 klimafreundlicher Bewehrungsstahl aus dem Elektrolichtbogenofen zum Einsatz. Beides soll den CO2-Fußabdruck des massiven Wasserbauwerks signifikant und auf das heute technisch mögliche Minimum reduzieren.
Darüber hinaus ist die Westmole auf Helgoland das erste Projekt der deutschen Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), welches ihrem neuen Standard für den „Bau und die Instandhaltung massiver Wasserbauwerke im Meerwasserbereich“ (MBM) entspricht. Das Bauwerk dient als Referenz für zukünftige Großprojekte im deutschen Küstenschutz, bei denen die Kombination aus ökologischer Materialwahl und technologischer Korrosionsprävention den Standard für die Infrastruktur des nächsten Jahrhunderts setzten soll. Mit einer Ziellebensdauer von hundert Jahren ist Top12 von Swiss Steel Group ein dafür optimal geeigneter, dauerhaft korrosionsbeständiger Bewehrungsstahl.
Foto: Swiss Steel Group