Salzgitter vergibt Großauftrag für Elektrolichtbogenofen bei HKM

Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) aus der Luft – dort will die SZAG einen Elektrolichtbogenofen bauen lassen.
Die Salzgitter AG hat den Großauftrag für einen neuen Elektrolichtbogenofen bei ihrer Tochtergesellschaft HKM in Duisburg an Tenova vergeben. Die 2029 geplante Anlage wird der größte Elektrolichtbogenofen Deutschlands und der zweitgrößte in der Europäischen Union.

Die Salzgitter AG hat den Auftrag für einen neuen Elektrolichtbogenofen bei ihrer Tochtergesellschaft Hüttenwerke Krupp-Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg vergeben. Den Vertrag über Lieferung, Errichtung und gemeinsame Inbetriebnahme der Anlage sowie wesentlicher technischer Nebenanlagen erhielt der Anlagenbauer Tenova. Die Umsetzungsphase beginnt im August 2026, die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen.

Mit einem Abstichgewicht von 285 Tonnen und einer Jahreskapazität von bis zu 2,5 Millionen Tonnen wird der Elektrolichtbogenofen der größte seiner Art in Deutschland und der zweitgrößte innerhalb der Europäischen Union. Der geplante Arbeitspunkt liegt bei rund 2 Millionen Tonnen pro Jahr. Bund und das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben im Rahmen der „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz“ mit 200 Millionen Euro.

HKM startet Umsetzung des Großprojekts

Nach Angaben von Salzgitter wird HKM mit dem Bau des Elektrolichtbogenofens in die Transformationsstrategie des Konzerns zur CO₂-armen Stahlerzeugung eingebunden. HKM-Geschäftsführer Andreas Betzler bezeichnete die Vergabe als wichtigen Meilenstein nach einem intensiven Vergabeprozess. Tenova-Geschäftsführer Dr. Markus Dorndorf erklärte, der Elektrolichtbogenofen werde der leistungsstärkste und energieeffizienteste in Deutschland sein.

Elektrolichtbogenofen soll Energieeffizienz steigern

Der neue Elektrolichtbogenofen ist als sogenannter Conti-Ofen ausgelegt. Dabei erfolgt die Schrottbeschickung kontinuierlich über ein Förderbandsystem. Zusätzlich wird die Abgaswärme zur Schrottvorwärmung genutzt. Der kontinuierliche Materialeintrag verbessert die Energieeffizienz, erhöht die Produktivität und reduziert Lastspitzen gegenüber konventionellen Elektrolichtbogenöfen mit Schrottkorb-Beschickung.

Die Anlage kann flexibel mit unterschiedlichen Einsatzstoffen wie Eisenschwamm (DRI/HBI) und Stahlschrott betrieben werden und ermöglicht die Herstellung eines breiten Spektrums an Stahlgüten.

Zum Auftragsumfang gehören neben dem Elektrolichtbogenofen die förderbandgebundene Schrottversorgung, der Ofentransformator, die Wasserwirtschaft zur Kühlung der Anlagenkomponenten sowie eine Abgasreinigungsanlage. Darüber hinaus liefert Tenova die für den Betrieb eines kontinuierlich beschickten Elektrolichtbogenofens erforderlichen technischen Nebenanlagen.

Foto: Hüttenwerke Krupp Mannesmann

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