Primetals Technologies schloss vor Kurzem für MagIron eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie ab. Sie untersuchte die Entwicklung einer industriellen Produktion von granuliertem Roheisen, die MagIron in seine bestehenden Anlagen integrieren will. Primetals Technologies bewertete drei alternative Produktionswege: die Direktreduktion mit Midrex Flex und anschließender Elektroschmelze, die Direktreduktion mit Midrex Flex und anschließender Verarbeitung im Elektrolichtbogenofen und im Pfannenofen, sowie die konventionelle Produktion im Hochofen.
Die Studie bestätigte laut Primetals Technologies, dass jeder dieser Wege eine technische Möglichkeit bietet, rund zwei Millionen Tonnen granuliertes Roheisen pro Jahr zu produzieren. Die Ergebnisse würden zudem MagIrons Strategie unterstützten, sich als Lieferant hochwertigen Roheisens zu etablieren.
MagIron plant industrielle Roheisenproduktion in den USA
Julian Treger, geschäftsführender Vorsitzender von MagIron, erklärte:
„Der Abschluss der Studie von Primetals Technologies stellte für MagIron einen wichtigen Meilenstein dar. Die Ergebnisse bestätigten, dass mehrere technisch belastbare und wirtschaftlich attraktive Wege zur Verfügung stehen, um eine industrielle heimische Produktion von Roheisen aufzubauen. Die Vereinigten Staaten importieren derzeit nahezu ihren gesamten Bedarf an Roheisen für die Stahlindustrie. Das stellt für das Land eine erhebliche strategische Schwachstelle dar, denn seine Automobil-, Verteidigungs-, Infrastruktur-, Luft- und Raumfahrt- sowie High-Tech-Industrien benötigen einen sicheren Zugang zu hochwertigem Stahl.“
Das Unternehmen plant, seine umfangreiche bestehende Infrastruktur für Bergbau, Erzaufbereitung, Erzpelletierung und Logistik in Minnesota und Indiana zu nutzen. Nach dem endgültigen Investitionsbeschluss rechnet das Unternehmen damit, die Anlagen innerhalb von zwei bis drei Jahren in Betrieb zu nehmen und dann erstmals Roheisen zu produzieren.
MagIron verfügt über eine besondere Ausgangsposition, um die US-Stahlindustrie sowohl mit Eisenerzpellets in DR-Qualität als auch mit Roheisen zu beliefern. Das Unternehmen will die heimische Roheisenproduktion vorantreiben, jedoch derart flexibel bleiben, um Pellets in DR-qualität zu produzieren und zu verkaufen, wenn sich dafür eine beständige und wirtschaftlich attraktive Geschäftsmöglichkeit bietet. Diese Flexibilität ermöglicht es dem Unternehmen, auf Kundenanforderungen und Marktbedingungen zu reagieren. Dabei nutzt das Unternehmen dieselbe Rohstoffbasis sowie seine bestehende Aufbereitungs- und Pelletierungsinfrastruktur.
Derzeit vollständig von Importen abhängig
Die Vereinigten Staaten importieren derzeit nahezu ihren gesamten Bedarf an Roheisen. Der jährliche Verbrauch lag in der Vergangenheit typischerweise zwischen vier und sechs Millionen Tonnen. Mit einer Jahresproduktion von rund zwei Millionen Tonnen könnte MagIron etwa ein Drittel bis die Hälfte des aktuellen US-amerikanischen Bedarfs an Roheisen decken.
Friedemann Plaul, Senior Vice President Iron- and Steelmaking und ECO Solutions bei Primetals Technologies, erklärte:
„Primetals Technologies freute sich, diese Studie für MagIron durchgeführt und dabei drei alternative Technologiewege für die Produktion von granuliertem Roheisen aufgezeigt zu haben. Die Studie zeigte, dass sich eine industrielle Produktion von granuliertem Roheisen über verschiedene technisch machbare Wege realisieren läßt. MagIrons bestehende Industrieinfrastruktur und die heimische Rohstoffbasis bildeten eine solide Grundlage, um das Projekt in die nächste Entwicklungsphase zu führen. Primetals Technologies freute sich sehr darauf, diese Partnerschaft fortzuführen und MagIron bei der Umsetzung seiner Ziele zu unterstützen.“
MagIron reaktiviert Aufbereitungs- und Pelletieranlagen
MagIron entstand mit dem Ziel, die Dekarbonisierung der Stahlindustrie zu unterstützen und zu beschleunigen. Das Unternehmen will sich als wichtiger Lieferant hochwertigen Roheisens mit geringem CO2-Fußabdruck etablieren. Diese Mengen an Roheisen werden für den künftigen Erfolg und die Dekarbonisierung der US-Stahlindustrie entscheidend sein.
Derzeit konzentriert sich MagIron auf die Wiederinbetriebnahme einer Eisenerzaufbereitungsanlage nahe Grand Rapids, Minnesota, sowie einer Pelletieranlage für Eisenerz nahe Reynolds, Indiana. In ihre Entwicklung flossen zuvor mehr als 660 Millionen US-Dollar.
Die Anlagen erreichten bereits eine Produktionsrate von rund 2,2 Millionen Tonnen Erz pro Jahr, zur Weiterverarbeitung im Hochofen geeignet. Ihre Auslegung ermöglicht eine vergleichsweise schnelle Erweiterung auf drei Millionen Tonnen pro Jahr bei moderatem Kapitaleinsatz.
Foto: Primetals Technologies