Klöckner & Co steigert operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2025

Guido Kerkhoff, Klöckner & Co. Sein Haus freut sich über die Entwicklung der Nordamerika-Sparte.
Klöckner & Co hat im Geschäftsjahr 2025 sein operatives Ergebnis deutlich verbessert. Trotz eines leicht rückläufigen Umsatzes steigerte der Stahlhändler das EBITDA auf 171 Mio. Euro und setzte wichtige strategische Schritte für weiteres Wachstum um.

Klöckner & Co erzielte im Geschäftsjahr 2025 trotz eines schwierigen Marktumfelds ein höheres operatives Ergebnis (EBITDA). Vor wesentlichen Sondereffekten stieg es binnen Jahresfrist von 136 Mio. Euro auf 171 Mio. Euro. Während der Absatz insbesondere durch die erfolgreiche Erhöhung des Marktanteils in den USA leicht auf 4,53 Mio. Tonnen zulegte (2024: 4,45 Mio. Tonnen), ging der Konzernumsatz preis- und währungsbedingt leicht auf 6,4 Mrd. Euro zurück (2024: 6,6 Mrd. Euro). Das Konzernergebnis verbesserte sich signifikant auf -53 Mio. Euro (2024: -176 Mio. Euro).

Klöckner & Co verbessert Ergebnis und Cashflow

Trotz der Volatilität an den Rohstoffmärkten konnte Klöckner & Co durch Net Working Capital-Management zum vierten Mal in Folge einen deutlich positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 110 Mio. Euro erzielen (2024: 160 Mio. Euro). Ferner erwirtschaftete das Unternehmen einen deutlich positiven Free Cashflow von 105 Mio. € (2024: 39 Mio. Euro). Vor diesem Hintergrund schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende von 0,20 € je Aktie vor. Die Eigenkapitalquote lag zum 31. Dezember 2025 konstant bei 48,2 % (31. Dezember 2024: 48,6 %).

Vorstandsvorsitzender Guido Kerkhoff sagt:

„Im Geschäftsjahr 2025 haben wir wichtige strategische Weichen gestellt. Mit der konsequenten Fokussierung auf höherwertige Produkte und Services sowie dem geplanten Zusammenschluss mit Worthington Steel haben wir Klöckner & Co für nachhaltiges Wachstum in Nordamerika und Europa positioniert.“

Klöckner & Co fokussiert sich stärker auf höherwertiges Geschäft

Das Unternehmen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen der Umsetzung seiner Strategie noch stärker auf Wachstum im höherwertigen Geschäft fokussiert. Hierzu wurden einige Portfolio-Veränderungen vollzogen, darunter der Verkauf der brasilianischen Tochtergesellschaft sowie die Veräußerung von acht Distributionsstandorten in den USA. Nach Angaben des Unternehmens ermöglichten diese Maßnahmen unter anderem, Kapital aus dem Distributionsgeschäft in das höherwertige Geschäft und in das Service-Center-Geschäft umzuschichten, und so die Abhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten weiter zu verringern. Gleichzeitig wurde das Portfolio im Geschäftsjahr 2025 durch strategische Akquisitionen wie Haley Tool & Stamping in den USA und Ambo Stahl in Deutschland erweitert, um Wachstumspotenziale in zukunftsstarken Sektoren wie der Verteidigungsbranche zu erschließen.

Übernahme durch Worthington Steel soll Wachstum absichern

Nach dem positiven Abschluss einer Due-Diligence-Prüfung und entsprechenden Verhandlungen haben Klöckner & Co und Worthington Steel am 15. Januar 2026 eine Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet. In diesem Zusammenhang hat Worthington Steel ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot mit einem Angebotspreis von 11,00 Euro je Aktie für sämtliche ausstehenden Aktien der Klöckner & Co SE angekündigt. Am 5. Februar 2026 hat Worthington Steel GmbH die entsprechende Angebotsunterlage veröffentlicht. Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner & Co SE sind nach Prüfung dieser Angebotsunterlage zu der Überzeugung gelangt, dass die Umsetzung des Übernahmeangebots im Interesse des Unternehmens und aller Stakeholder sei.

Am 10. März 2026 hat Worthington Steel GmbH die Mindestannahmeschwelle des Übernahmeangebots für Klöckner & Co SE auf 57,5 % der bei Ablauf der Annahmefrist ausgegebenen Klöckner & Co-Aktien gesenkt und die entsprechende Änderung des Angebots veröffentlicht. Die Annahmefrist hat sich entsprechend verlängert und läuft bis zum 26. März 2026, 24:00 Uhr (Ortszeit Frankfurt am Main). Vorbehaltlich einer detaillierten Prüfung des geänderten Angebots gehen Vorstand und Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE weiterhin davon aus, dass auch das angepasste Angebot im besten Interesse der Gesellschaft sowie ihrer Stakeholder ist. Beide Organe werden ihre gemeinsame begründete Stellungnahme zeitnah ergänzen.

Der Zusammenschluss mit Worthington Steel soll Klöckner & Co neue strategische Perspektiven eröffnen und eigenen Angaben zufolge durch komplementäre Eigenschaften beider Unternehmen weiteres Wachstum ermöglichen. Worthington Steel habe zudem zugesagt, das Management-Team von Klöckner & Co dabei zu unterstützen, die Strategie des Unternehmens konsequent voranzutreiben und den Fokus noch stärker auf höherwertige Produkte und Services zu legen.

Klöckner & Co erwartet steigendes EBITDA 2026

Das mittlerweile in Düsseldorf ansässige Unternehmen blickt positiv auf das Jahr 2026 und prognostiziert, trotz der zum Jahresende 2025 abgeschlossenen Veräußerung von acht US-Distributionsstandorten, eine im Vergleich zum Vorjahresniveau konstante Absatzentwicklung. Vor dem Hintergrund der verbesserten operativen Aufstellung des Unternehmens wird im laufenden Jahr ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigendes EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten erwartet. Ferner prognostiziert das Unternehmen für das Gesamtjahr einen im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigenden Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. Für das erste Quartal 2026 wird ein EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten in einer Spanne von 20 bis 60 Mio. € erwartet.

Gremien unterstützen geändertes Übernahmeangebot

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE („Klöckner & Co“) haben heute eine ergänzende gemeinsame begründete Stellungnahme zum freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot der Worthington Steel GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Worthington Steel, Inc. (zusammen, „Worthington Steel“), veröffentlicht. Anlass ist die von Worthington Steel am 10. März 2026 kommunizierte Anpassung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots. Worthington Steel hatte erklärt, die zuvor angesetzte Mindestannahmeschwelle von 65 % auf 57,5 % der bei Ablauf der Annahmefrist herausgegebenen Klöckner & Co-Aktien herabzusetzen. Zeitgleich hatte Worthington Steel bestätigt, dass alle übrigen Bestimmungen und Bedingungen der am 5. Februar 2026 veröffentlichten Angebotsunterlage unverändert bestehen bleiben.

Nach sorgfältiger Prüfung der Änderung des Angebots unterstützen Vorstand und Aufsichtsrat weiterhin übereinstimmend das geänderte Übernahmeangebot und empfehlen den Aktionären nach wie vor das Übernahmeangebot anzunehmen. Durch das Herabsetzen der Mindestannahmeschwelle erhöht sich aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat die Wahrscheinlichkeit auf einen erfolgreichen Vollzug des Angebots. Durch die Angebotsänderung verlängert sich die ursprünglich am 12. März 2026 auslaufende Annahmefrist bis zum 26. März 2026.

Foto: Klöckner & Co

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