Klöckner & Co, derzeit selbst ein Übernahmekandidat, hat den vor etwas mehr als drei Monaten angekündigten Standortverkauf in den USA abgeschlossen. Die US-Tochtergesellschaft Kloeckner Metals Corporationhat sich dabei von insgesamt acht Distributionsstandorten getrennt. Konkret gingen sieben Standorte in Austin und Houston (Texas), Charlotte (North Carolina), Dubuque (Iowa), Jacksonville und Pompano Beach (Florida) sowie in Suwanee bei Atlanta (Georgia) am 31. Dezember 2025 an Russel Metals. Darüber hinaus hat Klöckner & Co den Verkauf eines weiteren US-Distributionsstandort der Kloeckner Metals Corporation in Amarillo (Texas) an Service Steel Warehouse ebenfalls im Dezember 2025 abgeschlossen.
Klöckner & Co fokussiert sich stärker auf höherwertiges Geschäft
Klöckner & Co und Russel Metals hatten sich Ende September 2025 auf einen Kaufpreis von rund 119 Mio. US-Dollar auf Basis des Net Working Capitals zum 30. Juni 2025 geeinigt. Dies entspricht einem Buchgewinn von über 20 Mio. Euro. Der endgültige Kaufpreis war das aber noch nicht, denn der hing vom Net Working Capital zum Abschluss der Transaktion und weiteren üblichen Anpassungen ab. Im Rahmen der Vereinbarung mit Russel Metals haben die Parteien ein Transitional Service Agreement (TSA) geschlossen. In den Geschäftsjahren 2023 und 2024 trugen die sieben zum Verkauf an Russel Metals vorgesehenen Standorte durchschnittlich rund 9 Mio. US-Dollar zum jährlichen EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten des geprüften Konzernabschlusses bei. Klöckner & Co und Service Steel Warehouse haben einvernehmlich vereinbart, keine Einzelheiten zum Verkauf des Standorts in Amarillo offenzulegen.
Guido Kerkhoff, Klöckner & Co SE:
„Durch die beiden Verkäufe haben wir uns noch stärker auf das höherwertige Geschäft und das Service-Center-Geschäft fokussiert. Das war ein weiterer konsequenter Schritt auf dem Weg der erfolgreichen Umsetzung unserer Strategie. Bis zum Jahr 2030 wollen wir uns als führender Metallverarbeiter und führendes Service-Center-Unternehmen in Nordamerika und Europa etablieren und dabei unsere Profitabilität zu einer der höchsten in unserer Branche entwickeln.“
Standortverkauf in den USA folgt der Konzernstrategie
Für Klöckner & Co stellt der Standortverkauf in den USA einen bedeutenden Schritt in der Umsetzung der Konzernstrategie „Klöckner & Co: Leveraging Strengths – Step Up 2030“ dar. Mit dieser hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, seinen Fokus noch stärker auf das höherwertige Geschäft und das Service-Center-Geschäft – beispielsweise im Bereich Verarbeitungs- und Bearbeitungslösungen – innerhalb der Wertschöpfungskette seiner Kunden zu richten. Durch die Umschichtung von Kapital aus dem Distributionsgeschäft in das höherwertige Geschäft und das Service-Center-Geschäft wird Klöckner & Co seine Abhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten weiter verringern.
Exklusive der acht Distributionsstandorte lag der Umsatzanteil des höherwertigen Geschäfts sowie des Service-Center-Geschäfts in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 bei 87 % und somit sechs Prozentpunkte höher als bei einer Betrachtung inklusive der Standorte. Das höherwertige Geschäft und das Service-Center-Geschäft zeichnen sich durch eine stabilere Nachfrage und höhere Profitabilität aus. Das Ertragsprofil von Klöckner & Co wurde somit weiter verbessert. Zudem hat das Unternehmen mit dem Verkauf die Möglichkeit geschaffen, Kapital aus dem Distributionsgeschäft in das höherwertige Geschäft und in das Service-Center-Geschäft umzuschichten und so seine Abhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten weiter zu verringern.
Foto: Kloeckner & Co.