Im Rahmen der Integration von Kind & Co. und Buderus Edelstahl in die GMH Gruppe fasst das Unternehmen nun beide Firmen mit den Schmiedewerken Gröditz zu einer einzigen GMH Open-Die Forging Group zusammen. Dieser Schritt ist ein zentraler Bestandteil der Transformationsstrategie der Gruppe und soll ihre Position auf den europäischen Märkten für Werkzeugstahl und Freiformschmieden stärken. Um die Integration zu unterstützen und die Kompetenzen weiter auszubauen, wird die GMH Gruppe rund 30 Millionen Euro in die GMH Open-Die Forging Group investieren.
Im Mittelpunkt der Integration stehen die koordinierte Produktionsplanung, Metallurgie, Logistik und der Vertrieb der drei Unternehmen. Die GMH Gruppe erwartet Effizienzsteigerungen durch gemeinsames Kapazitätsmanagement, abgestimmte Prozesse und die Konsolidierung von Schnittstellen.
Klare Positionierung der drei Marken in der Open-Die Forging Group
Die Open-Die Forging Group weist jedem Unternehmen einen definierten industriellen Schwerpunkt zu:
- Kind & Co. – Warmumformung, Premium- und umgeschmolzene Werkzeugstähle für technisch anspruchsvolle Anwendungen, mit starkem Fokus auf das Endverbrauchergeschäft, einschließlich technischer Anwendungsunterstützung und Vakuumhärtungsdienstleistungen
- Schmiedewerke Gröditz – aaufwändige Freiformschmiedeteile, gewalzte Ringe, Baustahl und technische Schmiedeteile für Kunststoffformteile als auch Edelstahl und umgeschmolzener Stahl (ESR)
- Buderus Edelstahl – Komplettanbieter für Werkzeugstahl für Großbauteile, Kunststoffformteile, Werkzeughalter und Formrahmen mit hoher Fertigungstiefe sowie Edelbaustähle
Diese Differenzierung ermöglicht der GMH Gruppe, unterschiedliche Kundenanforderungen in einem breiten Anwendungsspektrum zu erfüllen. Durch das Angebot von Standard-, leistungsoptimierten und Premium-Lösungen innerhalb der Open-Die Forging Group bietet die GMH Gruppe ihren Kunden die Möglichkeit, die Lösung auszuwählen, die ihren technischen Anforderungen und der erwarteten Lebensdauer am besten entspricht, und unterstützt so die betriebliche Effizienz sowie die Senkung der Gesamtbetriebskosten.
Zusammen decken die drei Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette für Werkzeugstahl und Freiformschmieden ab – von Schrott und Schmelzen über Umschmelzen, Schmieden, Bearbeiten und Wärmebehandeln bis hin zum Vertrieb.
Breites Portfolio: von Standardgüten bis hin zu hochwertigen umgeschmolzenen Stählen
Innerhalb der neuen Gruppe stehen mehr als 400 Stahlsorten und über 2.500 Analysemodifikationen zur Verfügung – von Standard-Werkzeugstählen bis hin zu hochwertigen umgeschmolzenen Qualitäten. Die Produktion umfasst auch kleine Stückzahlen und kleinformatige Komponenten, die direkt aus einer Hand geliefert werden. Diese Flexibilität ist relevant für Branchen, die Kleinserien, Prototypen oder spezielle Geometrien benötigen.
Dr. Alexander Becker, CEO der GMH Gruppe, erläutert:
„Mit der Fusion von Kind & Co., Schmiedewerke Gröditz und Buderus Edelstahl zur GMH Open-Die Forging Group vereinen wir drei starke Unternehmen zu einer Organisation mit einem einzigartigen Produkt- und Dienstleistungsportfolio. Als Komplettanbieter von hochkomplexen Freiformschmiedeteilen, Werkzeugstahl, Edelbaustahl und nahtlos gewalzten Ringen bieten wir unseren Kunden voll integrierte Lösungen aus einer Hand – von der technologischen Beratung für anspruchsvolle Anwendungen über die eigene Stahlproduktion und -veredelung bis hin zu Schmiedearbeiten, Wärmebehandlung und komplexer Bearbeitung. Diese Tiefe der Wertschöpfung ermöglicht effiziente, gut aufeinander abgestimmte Prozesse und gewährleistet höchste Qualität und zuverlässige Lieferung für unsere geschätzten Kunden.“
Beitrag zur Versorgungssicherheit der Industrie
Die Fusion ist ausgerichtet auf die steigende Nachfrage nach zuverlässigen europäischen Bezugsquellen in Branchen wie dem Automobilbau, dem Maschinenbau und dem Druckguss. Die kombinierten Lagerbestände in Deutschland, Italien, China und den USA sollen die Materialverfügbarkeit verbessern und Schwankungen in den internationalen Lieferketten abmildern. Die Jahresproduktion des integrierten Portfolios beläuft sich auf insgesamt mehr als 100.000 Tonnen.
Die Zusammenarbeit von Kind & Co., Schmiedewerke Gröditz und Buderus Edelstahl vereint sich ergänzende Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Bewusste Überschneidungen in kritischen Prozessschritten erhöhen die Widerstandsfähigkeit für die Kunden, stärken die Position der GMH Gruppe in Europa und verbessern die Versorgungssicherheit, sodass die Gruppe ihre Märkte zuverlässiger und effizienter bedienen kann.
Gezielte Investitionen zur Unterstützung der Integration
Das 30-Millionen-Euro-Investitionsprogramm umfasst unter anderem einen neuen Gießwagen bei den Schmiedewerken Gröditz und einen neuen Härteofen für große Struktur- und Gigacasting-Teile in Bielstein. Der Gießwagen sorgt für eine höhere Produktionsleistung und höhere Reinheit, der Härteofen für erhöhte Kapazität und Vakuumhärtungsmöglichkeiten für größere Komponenten, was neue Marktchancen eröffnet. Dazu erfolgt eine Verlagerung energieeffizienter Schmiedeöfen von Wetzlar nach Gröditz, was einen geringeren Gasverbrauch und reduzierte CO2-Emissionen zur Folge hat. Des weiteren hat man weitere, nicht explizit genannte Modernisierungsmaßnahmen in der gesamten Open-Die Forging Group im Blick. Unter dem Strich sollen die Investitionen der Kapazitätserweiterung, der Steigerung der Energieeffizienz und der Modernisierung der Produktionstechnologie dienen.
Über die GMH Gruppe
Die GMH Gruppe ist ein Komplettanbieter von Stahl als Vormaterial, erschmolzen aus Schrott, bis hin zu montagefertigen Komponenten. Sie ist eines der größten in Privatbesitz befindlichen metallverarbeitenden Unternehmen Europas. Zur Gruppe gehören mehr als 15 mittelständische Produktionsunternehmen der Stahl-, Schmiede- und Gussindustrie, die in mehr als 50 Ländern vertreten sind. Zu den Kunden zählen weltweit Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Bahntechnik, der Energieerzeugung, der Transportlogistik sowie aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft und Baumaschinen. Die GMH Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2039 vollständig klimaneutral zu sein. Mit rund 6.000 Mitarbeitern erwirtschaftet die GMH Gruppe einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro.
Foto: GMH Gruppe