Die Feralpi Group hat das Geschäftsjahr 2025 in einem von geopolitischen Spannungen, hohen Energiekosten und einer schwachen europäischen Stahlkonjunktur geprägten Marktumfeld mit einem robusten Ergebnis abgeschlossen. Trotz rückläufiger Rohstahlproduktion in Europa konnte die Unternehmensgruppe Produktion und Umsatz steigern. Gleichzeitig erreichte sie einen weiteren Meilenstein bei der Dekarbonisierung ihrer Werke.
Nach eigenen Angaben gehört die Feralpi Group zu den ersten Unternehmen der europäischen Stahlbranche, die konzernweit bereits 56 Prozent ihres Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen decken. Damit wurde das ursprünglich für 2030 formulierte Ziel von mindestens 50 Prozent bereits im Jahr 2025 übertroffen.
Feralpi Group steigert Produktion und Umsatz
Die konsolidierte Stahlproduktion der Feralpi Group stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen. Der Umsatz erhöhte sich um 3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,6 Milliarden Euro). Die internationale Ausrichtung bleibt eine tragende Säule des Geschäftsmodells: 61 Prozent der Erlöse wurden außerhalb des italienischen Heimatmarktes erzielt, davon 9,4 Prozent in Ländern außerhalb der Europäischen Union.
Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich auf 87,2 Millionen Euro. Aufgrund umfangreicher Investitionen stiegen die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf 71,6 Millionen Euro. Dennoch fiel das Nettoergebnis mit 401.000 Euro wieder positiv aus. Die Nettofinanzposition belief sich zum Jahresende auf 196,9 Millionen Euro gegenüber 155,5 Millionen Euro im Vorjahr. Ursächlich hierfür waren vor allem die umfangreichen Investitionen, die durch einen Rückgang des Betriebskapitals teilweise kompensiert wurden.
Europäischer Stahlmarkt bleibt unter Druck
Das Geschäftsjahr verlief in einem schwierigen Marktumfeld. Nach Angaben der World Steel Association sank die weltweite Rohstahlproduktion 2025 um 2 Prozent auf 1.803,8 Millionen Tonnen. Europa verzeichnete einen Rückgang um 2,6 Prozent auf 126 Millionen Tonnen. China blieb mit 960,8 Millionen Tonnen zwar größter Stahlproduzent der Welt, reduzierte seine Produktion jedoch um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Deutschland verzeichnete mit einem Minus von 8,6 Prozent auf 34,1 Millionen Tonnen den stärksten Rückgang unter den zehn größten Stahlproduzenten weltweit. Italien entwickelte sich dagegen gegen den europäischen Trend. Dort stieg die Rohstahlproduktion um 3,6 Prozent auf 20,7 Millionen Tonnen. Trotz dieser Erholung lag das Produktionsniveau weiterhin mehr als 15 Prozent unter dem Wert des Jahres 2021.
Investitionen stärken Produktion und Nachhaltigkeit
Im Jahr 2025 investierte die Feralpi Group insgesamt 115,7 Millionen Euro. Mehr als 80 Prozent der Investitionen entfielen auf ESG-Projekte (Environmental, Social, Governance).
In Deutschland nahm Feralpi Stahl in Riesa ein Walzwerk für direkte Null-Emissionen in Betrieb. Die Anlage kann Coils mit einem Gewicht von bis zu acht Tonnen produzieren. In Italien wurde eine neue Elektro-Erwärmungsanlage fertiggestellt, die den Methanverbrauch und die Scope-1-Emissionen reduziert.
Parallel dazu setzte die Feralpi Group den Ausbau digitaler Technologien fort. Dazu zählt unter anderem ein KI-gestütztes Bildverarbeitungssystem für die Schrotterkennung und die interne Logistik.
Feralpi Group verfolgt Netto-Null-Ziel bis 2050
Die langfristigen Klimaziele der Feralpi Group wurden inzwischen von der Science Based Targets initiative (SBTi) wissenschaftlich validiert. Das Unternehmen verpflichtet sich, die spezifischen Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen bis 2050 gegenüber dem Basisjahr 2022 um 90 Prozent zu reduzieren.
Bereits heute stammen 56 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Darüber hinaus werden nach Unternehmensangaben mehr als 98 Prozent der eingesetzten Materialien recycelt, während 93 Prozent der Produktionsrückstände in Kreislaufprozesse zurückgeführt werden.
Belegschaft wächst weiter
Die Feralpi Group beschäftigte 2025 insgesamt 2.173 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 9,4 Prozent. 97 Prozent der Beschäftigten verfügen über unbefristete Arbeitsverträge.
Im Rahmen ihrer Diversity-Strategie erhöhte die Unternehmensgruppe den Frauenanteil bei Neueinstellungen in der Primärstahlproduktion auf 8 Prozent und übertraf damit das selbst gesetzte Mindestziel von 5 Prozent.
Unternehmenspräsident Giuseppe Pasini sieht die Feralpi Group trotz der anhaltenden Unsicherheiten im Markt gut aufgestellt. Grundlage dafür seien die abgeschlossenen Investitionen, die moderne Produktionsstruktur sowie die Fortschritte bei der Dekarbonisierung und Effizienzsteigerung.
Foto: Feralpi