Euroslag diskutiert Zukunft von Eisenhüttenschlacken

Flüssige Schlacke fällt als Nebenprodukt der Stahlproduktion an und wird unter anderem als Baustoff oder Düngemittel weiterverwertet. Auf der Euroslag-Konferenz standen neue Anwendungen von Eisenhüttenschlacken im Mittelpunkt.
Rund 240 Fachleute aus 26 Ländern diskutierten auf der Euroslag-Konferenz in Luleå über die Zukunft von Eisenhüttenschlacken. Im Mittelpunkt standen neue Anforderungen durch die Transformation der Stahlindustrie sowie Anwendungen in Bauwirtschaft, Kreislaufwirtschaft und Landwirtschaft.

Die Transformation der Stahlindustrie hin zu CO2-ärmeren Herstellungsprozessen verändert auch die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Schlacken. Welche Herausforderungen und Perspektiven es beim zukünftigen Einsatz dieser wertvollen Nebenprodukte etwa in Baustoffen und Düngemitteln gibt und wie praxisorientierte Lösungen aussehen, waren zentrale Fragestellungen bei der 13. Euroslag-Konferenz vom 16. bis 18. Juni 2026 in Luleå, Schweden.

Euroslag rückt die praktische Nutzung von Schlacken in den Fokus

Unter dem Motto „From Innovation to Application: The Future of Steel Slags“ standen die Themen „Legislation, Rules, and Standards“, „Research and Innovation“, „Supplementary Cementitious Materials“, „Slag Treatment“ und „Valorization and Best Practices“ im Mittelpunkt.

Die 240 Teilnehmer aus 26 Ländern der Euroslag-Konferenz, darunter auch Vertreter aus Australien, Indien, Israel, Japan, Südafrika, Südkorea und den USA, konnten sich bei 40 Präsentationen und 18 Postersessions im Kulturens Hus in Luleå über den aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis informieren. Zusätzlich zum Hauptprogramm bot die Konferenz am 15. Juni 2026 eine Sondersitzung zum EU-Forschungsprojekt „Industrial Symbiosis”. Für den 18. Juni 2026 standen zudem Thementouren zur Schmelzhütte Boliden Rönnskär, zum SSAB-Stahlwerk oder zur Stiftsstadt Gammelstad, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, auf dem Programm.

Internationale Zusammenarbeit soll Innovation beschleunigen

Thomas Reiche, Vorsitzender von Euroslag und Geschäftsführer des FEhS-Instituts, dankte den Organisatoren für eine „sehr gelungene Veranstaltung“. Zudem ordnete er die 2026er-Auflage in einen größeren Kontext ein:

„Nach der letzten Euroslag-Konferenz zum Thema ‚Slags for the Future, the Future of the Slags‘ in Bilbao sind wir dieses Mal einen Schritt weiter gegangen und haben die Anwendung von Schlacken in den Vordergrund gestellt. Denn nur wenn wir auf allen Ebenen den internationalen Dialog suchen und unser Wissen und unsere Lösungsansätze praxisorientiert diskutieren, werden wir in sehr heraufordernden Zeiten weiterhin Erfolg haben: bei der wirtschaftlichen Entwicklung ebenso wie beim wichtigen Beitrag von Schlacken zu Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz.“

Christer Ryman von Jernkontoret, dem schwedischen Verband der Eisen- und Stahlproduzenten, zeigte sich stolz darauf, dass sein Haus gemeinsam mit Swerim, der Technischen Universität Luleå und dem Euroslag-Verband die 13. Euroslag-Konferenz ausrichten konnte. Zudem erklärte er:

„Das große Interesse und die lebhaften Diskussionen zeigen deutlich, dass unsere laufenden Bemühungen, die Stahlindustrie und ihre Nebenprodukte nachhaltiger zu gestalten, zunehmend an Dynamik gewinnen. Jetzt gilt es, auf dieser Dynamik aufzubauen – durch die Fortsetzung der branchenübergreifenden Zusammenarbeit und durch eine enge Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern und Behörden, um die richtigen Rahmenbedingungen für den Fortschritt zu schaffen.“

Über Euroslag

In Euroslag sind 24 Organisationen und Unternehmen aus 14 Ländern zusammengeschlossen, darunter aus Deutschland das FEhS-Institut und der Fachverband Eisenhüttenschlacken. Als europäisches Netzwerk für die Produktion, Verwendung und Entwicklung von Eisenhüttenschlacken und schlackenbasierten Produkten stehen bei Euroslag Forschung und Technologie, die Europäische Standardisierung sowie die interne und externe Kommunikation im Fokus der Tätigkeiten. Alle zwei Jahre organisiert Euroslag zusammen mit nationalen Partnern die gleichnamige Konferenz.

Foto: FEhS-Institut / Michael-Wieschke

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