Die Neuordnung erfolgt vor dem Hintergrund einer seit Jahren schwachen Nachfrage und schwieriger Wettbewerbsbedingungen im deutschen und europäischen Stahlmarkt. Knauf Interfer hat die Werke in Mudersbach und Barsinghausen in den vergangenen Jahren modernisiert und baut sie zu zentralen Standorten eines integrierten Produktionsnetzwerks aus. Die Verlagerung der Aktivitäten aus Wenden soll bis zum 31. März 2027 abgeschlossen sein.
Knauf Interfer stärkt Netzwerk und baut Barsinghausen aus
„Wir investieren gezielt, um unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Mit der Integration von Wenden bündeln wir Kompetenz und Kapazitäten in Mudersbach und Barsinghausen – zum Vorteil unserer Kunden“, erklärt Thomas Niederhofer, Geschäftsführer der Knauf Interfer Stahl Service Center GmbH. Für die Beschäftigten in Wenden strebt das Unternehmen eine Weiterbeschäftigung an den beiden aufnehmenden Standorten an. Vertrieb und Auszubildende wechseln nach Mudersbach.
Am Standort Barsinghausen wurden im Oktober zwei neue Hallenschiffe und die Querteilanlage QTA 7 eingeweiht. Rund ein Jahr nach dem ersten Spatenstich ist die Hallenfläche des dort ansässigen Werks Delta Stahl um mehr als 6.000 auf insgesamt 24.000 Quadratmeter gewachsen. Die Erweiterung betrifft Produktion, Lagerung und Logistik und soll die Leistungsfähigkeit des gesamten Netzwerks der Business Unit Steel verbessern.
Die Querteilanlage ist für Bandbreiten von 500 bis 1.650 mm und Materialdicken von 0,5 bis 5 mm ausgelegt. Die Schneidgeschwindigkeit beträgt bis zu 60 Meter pro Minute. Verarbeitet werden können Tafellängen von 500 bis 6.000 mm. Zum vorgesehenen Materialspektrum gehören auch dünne, oberflächenbehandelte Bleche, etwa feuerverzinktes und geöltes Stahlblech mit einer Dicke von 0,5 mm. Die Verarbeitung erfolgt hochautomatisiert.
Investition in Technik und nachhaltige Logistik
„Wir investieren in eine Anlage und stärken ein ganzes Netzwerk. Mit der QTA 7 in Barsinghausen erweitern wir unsere technischen Möglichkeiten und nutzen die Spezialisierung unserer Steel Service Center, um anspruchsvolle Kundenaufträge wirtschaftlich zu bearbeiten“, sagt Dr. Carsten G. Gast, CEO und CFO von Knauf Interfer. Nach Unternehmensangaben wurde die Anlage entsprechend den tatsächlichen Kundenanforderungen dimensioniert. Kunden konnten sich bei der Einweihung von den erweiterten Bearbeitungsmöglichkeiten überzeugen.
Ein weiterer Schritt ist für 2027 vorgesehen: Der bestehende Gleisanschluss in Barsinghausen soll umgebaut werden. Damit will Knauf Interfer emissionsärmere Transporte über die Schiene ermöglichen und die Transportkapazitäten an den Bedarf anpassen. Die logistische Anbindung ergänzt den Ausbau der Bearbeitungs- und Lagerkapazitäten sowie die geplante Bündelung der Produktion.
Foto: Knauf Interfer SE