Die Swiss Steel Group und die Canada Nickel Company wollen eine langfristige strategische Partnerschaft zur Versorgung mit CO₂-arm erzeugten Stahlhalbzeugen aus Kanada aufbauen. Am 23. Oktober 2026 unterzeichneten die Unternehmen eine Vereinbarung, die den Rahmen für die angestrebte Zusammenarbeit festlegt.
Im Mittelpunkt steht die mögliche Lieferung von Knüppeln und Vorblöcken zur Weiterverarbeitung in der Spezialstahlproduktion der Swiss Steel Group. Ein erstes Versorgungskonzept für Produktionsstandorte in den USA, Kanada, Deutschland, der Schweiz und Frankreich wurde nach Unternehmensangaben bereits entwickelt und technisch validiert.
Canada Nickel soll Stahlhalbzeuge ab 2030 liefern
Die geplante Partnerschaft könnte der Swiss Steel Group ab 2030 exklusiven Zugang zu rund einer Million Tonnen Stahlhalbzeugen pro Jahr ermöglichen. Die Unternehmen wollen dafür Kanadas Rohstoffvorkommen und Energieversorgung mit den Produktionskapazitäten und Vertriebsstrukturen der Swiss Steel Group verbinden.
Frank Koch, CEO der Swiss Steel Group, sieht in dem Vorhaben einen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Gruppe wolle ihre eigene industrielle Aufstellung fokussieren und zugleich den Zugang zu wettbewerbsfähigem, CO₂-arm erzeugtem Vormaterial sichern. Gemeinsam mit Canada Nickel solle das Versorgungskonzept nun zu einer wirtschaftlich und technisch tragfähigen langfristigen Partnerschaft weiterentwickelt werden.
Eine endgültige langfristige Liefervereinbarung oder konkrete Produktionsaufnahme ist mit der unterzeichneten Rahmenvereinbarung noch nicht verbunden.
Crawford-Projekt als Grundlage der geplanten Produktion
Canada Nickel entwickelt in der kanadischen Bergbauregion Timmins-Cochrane das Nickelprojekt Crawford. Über die hundertprozentige Tochtergesellschaft NetZero Metals plant das Unternehmen, gewonnene Konzentrate zu Nickelprodukten sowie Nickel-Chrom-Magnetit-Konzentrat zu Halbzeugen aus nichtrostendem Stahl und Spezialstahl weiterzuverarbeiten.
Ziel ist eine Produktion mit geringem und nach Unternehmensangaben potenziell sogar netto null betragendem CO₂-Fußabdruck. Konkrete Emissionswerte für die geplanten Stahlhalbzeuge nennt die Mitteilung nicht.
Canada-Nickel-CEO Mark Selby verweist auf die Möglichkeit, kanadische Rohstoffe und Energie für eine weitergehende industrielle Wertschöpfung zu nutzen. Die geplante Zusammenarbeit soll zugleich den Zugang der Swiss Steel Group zu Vormaterial für ihre europäischen und nordamerikanischen Standorte unterstützen.
Für das Crawford-Projekt strebt Canada Nickel eine Bauentscheidung im Jahr 2027 an. Parallel wollen die Partner die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen ihrer Zusammenarbeit weiter prüfen und Möglichkeiten einer europäischen Förderung im Bereich kritischer Rohstoffe ausloten.
Foto: Swiss Steel Group