80-MN-Freiformschmiedepresse bei Buderus wieder in Betrieb

Aufnahme der Freiformschmiedepresse im Werk
Die GMH Gruppe nimmt bei Buderus Edelstahl in Wetzlar eine 80-MN-Freiformschmiedepresse wieder in Betrieb. Sie soll zusätzliche Kapazitäten für große Schmiedeteile schaffen. Insgesamt investiert GMH rund 30 Millionen Euro in die Open Die Forging Group.

Die GMH Gruppe nimmt die 80-MN-Freiformschmiedepresse bei Buderus Edelstahl in Wetzlar wieder in Betrieb, um auf die wachsende Nachfrage nach großen und hochkomplexen Schmiedekomponenten zu reagieren. Nach Angaben von GMH zählt die Anlage zu den größten Freiformschmiedepressen Europas und baut die Position der Gruppe in strategisch wichtigen Industriezweigen aus, darunter Energieinfrastruktur, Schiffbau und digitale Infrastruktur.

GMH baut Kapazitäten im Schmiedegeschäft aus

Die GMH Open Die Forging Group bündelt Buderus Edelstahl, Schmiedewerke Gröditz und Kind & Co. unter einer gemeinsamen industriellen Struktur und vereint dabei ihre sich ergänzenden Kompetenzen in den Bereichen Freiformschmiedeteile, Werkzeug- und Edelbaustähle, gewalzte Ringe und umgeschmolzene Stähle. Gemeinsam decken die drei Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von der Stahlproduktion und dem Umschmelzen über das Schmieden und die Wärmebehandlung bis zur mechanischen Bearbeitung ab und erreichen eine Jahresproduktion von mehr als 100.000 Tonnen. Die GMH Gruppe investiert rund 30 Millionen Euro in die Open Die Forging Group, um die Standorte weiter zu integrieren, die Produktionstechnologie zu modernisieren und die Kapazitäten auszubauen.

Das Schmiedegeschäft der GMH Gruppe verzeichnete in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, das insbesondere von der Nachfrage aus den Energie- und Infrastruktursektoren getragen wurde. Mit der Wiederinbetriebnahme der Freiformschmiedepresse schafft das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten, um die Nachfrage nach Schmiedeteilen für Energiesysteme, maritime Anwendungen und Rechenzentrumsinfrastruktur zu bedienen. Die Gruppe rechnet zudem mit einer steigenden Nachfrage aus neuen industriellen Anwendungsbereichen wie der Fusionstechnologie und anderen Hochleistungstechniksektoren, die komplexe metallurgische Lösungen erfordern.

GMH investiert 30 Millionen Euro in Schmiedegeschäft

Darüber hinaus plant die GMH Open Die Forging Group eine weitere Expansion im Bereich Rund- und Flachstahl für Werkzeugstahl. Das Unternehmen sieht Wachstumspotenzial insbesondere in Asien und Amerika, wo die Nachfrage nach hochleistungsfähigen Schmiede- und Werkzeugstahllösungen weiter zunimmt.

„Mit der 80-MN-Presse gewinnen wir zusätzliche Kapazität und Flexibilität, um unsere Kunden bei anspruchsvollen Anwendungen zu bedienen“, sagt Monika Boh, Vorsitzende der Geschäftsführung der GMH Open Die Forging Group. „Insbesondere in den Bereichen Energie, Schiffbau und anderen anspruchsvollen Industrieanwendungen sehen wir eine wachsende Nachfrage nach großen Schmiedeteilen mit komplexen metallurgischen Anforderungen. Mit dieser zusätzlichen Kapazität in Wetzlar richten wir die Open Die Forging Group gezielt auf diese Nachfrage aus.“

Freiformschmiedepresse schafft zusätzliche Kapazitäten

Die Wiederinbetriebnahme der 80-MN-Freiformschmiedepresse ist Teil der übergeordneten Strategie der GMH Gruppe, die Produktions- und Wertschöpfungsketten der Open Die Forging Group weiter zu integrieren und zu stärken. Schmiedeteile bei Buderus Edelstahl werden zunehmend aus Stahl hergestellt, der aus recyceltem Schrott in den Elektrolichtbogenöfen der GMH Gruppe in Gröditz, Bous und Georgsmarienhütte produziert wird. Im Vergleich zur konventionellen Hochofenroute lassen sich die CO₂-Emissionen dadurch um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Gleichzeitig stärkt die GMH Gruppe ihr internes Produktionsnetzwerk und baut widerstandsfähige europäische Lieferketten für Industriekunden aus.

Die 80-MN-Presse ermöglicht die Herstellung großer Schmiedeteile mit anspruchsvollen metallurgischen Anforderungen. Innerhalb der GMH Open Die Forging Group decken integrierte Wertschöpfungsketten den gesamten Prozess von der Stahlproduktion über das Umschmelzen und Schmieden bis hin zur Wärmebehandlung und Bearbeitung ab.

Foto: GMH Gruppe

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