100 Jahre. So lange soll das neue Teilstück der Kantonsstraße K2b zwischen Vitznau und Gersau nach seiner Sanierung und Modernisierung halten. Möglich macht dies unter anderem der nichtrostende Spezialstahl Top12 der Swiss Steel Group, aus dem die Anker für die Lehnenkonstruktion und die Stützelemente gefertigt sind. Über hundert dieser Anker wurden mehrere Meter tief in die steile Felswand gebohrt.
Sie sichern die Mauern und Träger, auf denen das neue, 350 Meter lange Straßenstück aufliegt. Das Bauwerk ist aus geotechnischer Sicht spektakulär – für alle, die darüberfahren und dabei den Blick auf den darunterliegenden Vierwaldstättersee genießen.
Top12 kombiniert Festigkeit und Korrosionsschutz
Top12 ist ein von Steeltec in der Schweiz entwickelter, rostfreier Betonstahl, der seit mehr als 20 Jahren in über 1.500 Anwendungen zum Einsatz kommt. Der hochlegierte Werkstoff der Güte 1.4003 (EN 10088) enthält mindestens zwölf Massenprozent Chrom und ist dadurch wesentlich korrosionsbeständiger als herkömmliche Betonstähle. Mit Top12 lassen sich die Lebenszykluskosten von Infrastrukturbauten reduzieren. Er kann konventionell verarbeitet werden und benötigt nur eine geringe Betondeckung.
Die Geotechnikvariante zeichnet sich durch eine erhöhte Festigkeit aus, was direkt zu Materialeinsparungen führt. Dadurch können Geoankersysteme kompakter und leichter ausgeführt werden, was insbesondere in schwierigem Gelände Vorteile bei Transport, Handling und Einbau bietet. Gleichzeitig entfällt die sonst vorgeschriebene Fehlstellenprüfung der Hüllrohre im eingebauten Zustand.
Der Spezialstahl Top12 eignet sich für zahlreiche ingenieur- und geotechnische Anwendungen, insbesondere für die Verankerung von Fundamenten, Mauern und Stützwänden beim Bau von Viadukten, Tunneln und Straßen. Auch Felswände werden mit Top12-Ankern gegen Rutschungen gesichert. Der gerippte Spezialstahl wird bei Steeltec am Standort Emmenbrücke hergestellt.
Eingeklemmt zwischen Berg und See
Das sanierte Teilstück der Kantonsstraße K2b liegt zwischen Bürgeln und der Kantonsgrenze Luzern/Schwyz. Es verläuft direkt am Berg über dem Vierwaldstättersee. Auf der einen Seite ragt eine steile Felswand in die Höhe, auf der anderen Seite fällt das Gelände in den See ab. Die Fahrbahn wurde auf sieben Meter verbreitert und das Trottoir auf eine Breite von 2,6 Metern ausgebaut. Eine seeseitige Lehnenkonstruktion, die mit Balkonen an Häusern vergleichbar ist, trägt das gesamte, 350 Meter lange Bauwerk. Sie ist mit vorgespannten Top12-Ankern fest im Fels gesichert und verfügt über Stützmauern an beiden Enden. Auch der Berg wird mit Top12-Ankern stabilisiert, wodurch die Straße vor Hang- und Felsrutschungen geschützt wird.
Da in dem unwegsamen Gelände sonst nirgendwo Platz dafür war, wurden für die Plattformen in den Felsen, auf denen in der Bauphase Material und Maschinen gelagert wurden, zusätzliche temporäre Anker gesetzt. Die Bauarbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum von zwei Jahren und konnten Anfang 2026 abgeschlossen werden. Die permanente Verankerung erfolgte dabei über das Schutzstufe-2b-Ankersystem „Spanntop” der Stahlton AG, bei dem Top12 als nichtrostendes Zugglied dient. Um das Bauwerk optisch besser in die Landschaft zu integrieren, wurde der Beton für Träger und Mauern eingefärbt.

Sicherheit für exponierte Bauwerke
Top12-Anker der Swiss Steel Group sichern zahlreiche Schweizer Infrastrukturbauten in exponierten Lagen. Beispiele sind die Viamala-Passstraße in Graubünden, die sich durch die gleichnamige Schlucht schlängelt, und die Schutzgalerie Müllitobel bei Vals, die ebenfalls in sehr unwegsamem Gelände errichtet wurde.
Im Kanton Bern wurden die an die Bergstation Schilthorn angebaute Skifahrerrampe und der 18 Meter hohe Liftturm mit Top12-Ankern dauerhaft in Fels und Permafrost verankert. Auch unweit des Standorts in Emmenbrücke, bei der 340 Meter langen und bis zu 23 Meter hohen Stützmauer Reussthal am Fuße eines bewaldeten Steilhangs, kamen Top12-Anker zum Einsatz.
Fotos: Swiss Steel Group (2), Steeltec