Der österreichische Konzern Voestalpine nimmt am Standort Donawitz in knapp einem Jahr wie geplant eine Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) in Betrieb und kombiniert so ab 2027 die grünstrombetriebene Elektrostahlproduktion mit dem konventionellen Hochofen-Verfahren. Dadurch kann bis 2029 ein Hochofen stillgelegt werden. Die neue EAF-Anlage soll – vorbehaltlich der Klärung offener Förderfragen – bis 2030 für rund 100 Mio. Euro weiter ausgebaut werden. Damit könnte der Konzern in Donawitz ab 2030 vollständig auf eine elektrifizierte Stahlproduktion umstellen.
Donawitz soll bis 2030 weitgehend elektrifiziert werden
Der nächste Ausbauschritt ermöglicht es dem Konzern, ab 2030 in Donawitz mehr als 90 Prozent seiner CO2-Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 2019 einzusparen.
Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der Voestalpine AG, erklärt selbstbewusst:
„Wir setzen mit Greentec Steel, Österreichs größtem Klimaschutzprogramm, weltweit neue Maßstäbe in der nächsten Generation der Stahlproduktion. Wir sind zeitlich und budgetär im Plan und werden an unserem Standort Donawitz den nächsten Ausbauschritt bis 2030 umsetzen. So beabsichtigen wir ab 2030 mit deutlich geringeren CO2-Emissionen Stahl zu produzieren.“
Das Unternehmen sieht bereits eine steigende Nachfrage seitens Kunden der internationalen Bahnindustrie nach ihren CO2-reduzierten Stahlprodukten.
Erweiterung der Produktionskapazitäten auf 1,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl
Die im Bau befindliche EAF-Anlage kann ab 2027 jährlich rund 850.000 Tonnen CO2-reduzierten Stahl produzieren. Mit der Erweiterung wird die Produktionskapazität bis 2030 auf bis zu 1,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl pro Jahr erhöht. Die vom Aufsichtsrat der Voestalpine AG bereits freigegebene Investitionssumme für den Kapazitätsausbau beträgt rund 100 Mio. Euro und soll u.a. für den weiteren Ausbau der Stromversorgung, der Errichtung einer dritten Sekundärmetallurgie-Linie und für die Erweiterung der Schrottlogistik erfolgen. Bis zu Beginn des Ausbaus sind noch offene Förderfragen zu klären.
Durch die Technologieumstellung werden künftig die beiden Hochöfen und die Sinteranlage außer Betrieb genommen. In den nächsten drei Jahren werden dafür Jobs im neuen Stahlwerk geschaffen. Für Mitarbeiter finden bereits laufende Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen statt. Zusätzlich werden weitere interne oder konzernweite Joboptionen entstehen. „Diese Transformation sichert indirekt die mehr als 5.000 Arbeitsplätze an den steirischen Standorten der Metal Engineering Division ab“, so Eibensteiner.
Bauarbeiten liegen im Zeitplan
Die baulichen und technischen Arbeiten schreiten planmäßig voran, im vergangenen Jahr wurden in Donawitz zentrale Projektfortschritte erzielt: Die Halle für den EAF wurde errichtet, ebenso die baulichen Voraussetzungen für die Strom- und neue Rohstoffversorgung geschaffen. Wichtige Meilensteine in diesem Jahr sind die Montage der Kernaggregate im Herbst 2026 sowie die Inbetriebnahme der Strom- und Schrottversorgung.
„Wir errichten erfolgreich ein neues Stahlwerk inmitten eines hochausgelasteten Produktionswerks, was größte logistische Herausforderungen mit sich bringt. Mein Dank gilt allen Mitarbeitern, die seit dem Baustart an greentec steel mitarbeiten, insbesondere dem rund 100 Experten umfassenden Projektteam“, sagt Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der Voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division.
Foto: Regine Schoettl







