Worthington Steel will Klöckner & Co übernehmen

Mitarbeiter von Klöckner & Co. Der Stahlhändler wird von Worthington Steel übernommen,
Worthington Steel will Klöckner & Co übernehmen und hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot angekündigt. Der Zusammenschluss soll die Präsenz in Europa und Nordamerika stärken und ein führendes Service-Center-Netzwerk schaffen.

Klöckner & Co SE und Worthington Steel GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Worthington Steel, Inc. haben eine Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet. Entsprechende Gerüchte zu dieser Entwicklung wurden vor rund einem Monat seitens des Stahlhändlers bestätigt. Im Zusammenhang mit der Vereinbarung haben die US-Amerikaner ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausstehenden Aktien der Klöckner & Co SE angekündigt. Die komplementäre Ausrichtung beider Unternehmen schaffe die „Grundlage für nachhaltiges Wachstum“ und erweitere die Präsenz in Europa und Nordamerika, heißt es. Gemeinsam wären sie eines der führenden Service-Center- und Metallverarbeitungsunternehmen in Nordamerika und Europa.

Übernahmeangebot mit Aufschlag auf den Aktienkurs

Der vereinbarte Angebotspreis beträgt 11,00 Euro pro Klöckner-Aktie in bar. Dies entspricht einer Prämie von ca. 81 Prozent auf den Schlusskurs der Klöckner & Co zum 5. Dezember 2025, dem letzten Tag, bevor die Verhandlungen öffentlich bekannt gemacht wurden, und von ca. 98 % auf Basis des unbeeinflussten volumengewichteten 3-Monats-Durchschnittskurs der Klöckner-Aktie bis zum 5. Dezember 2025.

Der implizierte Gesamtunternehmenswert der Transaktion beläuft sich auf rund 2,1 Milliarden Euro (2,4 Milliarden US-Dollar). Vorstand und Aufsichtsrat der Klöckner & Co begrüßen das Angebot und beabsichtigen, vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage, den Aktionären im Rahmen ihrer begründeten Stellungnahme die Annahme des Angebots zu empfehlen. Nach Einschätzung der Gremien reflektiert das Angebot den inneren Wert der Klöckner-Aktie und beinhaltet eine attraktive Prämie. Die Gremien von Klöckner & Co begrüßen zudem den strategischen Nutzen des Zusammenschlusses und den damit zu erzielenden Mehrwert für alle Beteiligten.

Worthington Steel hat Klöckner & Co mitgeteilt, dass sich die SWOCTEM GmbH mit einer unwiderruflichen Annahmeverpflichtung gegenüber dem Käufer verpflichtet hat, ihre gesamte Beteiligung in Höhe von ca. 41,53 Prozent an Klöckner & Co in das Übernahmeangebot anzudienen. Auch die Mitglieder des Vorstands von Klöckner & Co haben bestätigt, dass sie sämtliche von ihnen gehaltenen Aktien in das Angebot einliefern werden.

Guido Kerkhoff, CEO Klöckner & Co SE, erklärt:

„Der Zusammenschluss mit Worthington Steel würde einen entscheidenden Schritt bei der Fokussierung auf höherwertige Produkte und Services markieren. Gemeinsam schaffen wir die Basis für nachhaltiges Wachstum, erweitern unsere jeweiligen Präsenzen und bieten unseren Kunden ein noch breiteres Produktportfolio. Worthington Steel ist der ideale Partner, um unseren Erfolg und unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.“

Geoff G. Gilmore, CEO Worthington Steel, ergänzt:

„Klöckner & Co bringt eine beeindruckende Marktpräsenz in Europa und Nordamerika, ein innovatives Produktportfolio sowie langfristige Kundenbeziehungen mit. Diese Stärken ergänzen unser eigenes Profil auf ideale Weise. Gemeinsam sind wir in der Lage, unsere Angebote nachhaltig zu erweitern und unsere Wachstumsstrategie zu beschleunigen.“

Worthington Steel unterstützt die strategische Ausrichtung von Klöckner & Co

Worthington Steel sichert im Rahmen der Vereinbarung zu, das Management und die strategische Ausrichtung von Klöckner & Co zu unterstützen sowie Erfahrung, Netzwerke und flexible Ressourcen bereitzustellen, um das Wachstum des Unternehmens zu begleiten.

Die Verbindung der beiden renommierten Unternehmen würde Innovationen beschleunigen und das Leistungsangebot nachhaltig erweitern, heißt es seitens Klöckner & Co und Worthington Steel.

Zentrale Inhalte der Vereinbarung zum Unternehmenszusammenschluss

Klöckner & Co und Worthington Steel haben eine Vereinbarung zum Unternehmenszusammenschluss getroffen, in der die wesentlichen Eckpfeiler der Transaktion geregelt sind. Im Falle eines erfolgreichen Abschlusses der Transaktion gilt Folgendes:

  • Der Sitz des Unternehmens für das europäische Geschäft soll weiterhin in Düsseldorf bleiben.
  • Das Unternehmen soll eigenständig und in eigener Verantwortung vom derzeitigen Vorstand geführt werden.
  • Die Größe des Aufsichtsrats bleibt unverändert. Nach Abschluss der Transaktion beabsichtigt der Käufer im Aufsichtsrat angemessen entsprechend der künftigen Aktionärsstellung als strategischer Partner vertreten zu sein.
  • Es sind keine Entlassungen oder Schließungen von Standorten geplant.
  • Alle zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses gültigen Betriebsvereinbarungen sollen bestehen bleiben.

Der Vorstand von Klöckner & Co nimmt zur Kenntnis, dass Worthington Steel nach erfolgreichem Abschluss des Übernahmeangebots die Möglichkeit eines Squeeze-Out, eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags und/ oder eines Delistings der Unternehmensaktien vom regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse prüfen wird.

Das Angebot wird den üblichen Angebotsbedingungen, einschließlich behördlicher Freigaben, unterliegen. Die Angebotsunterlage wird der BaFin zeitnah vorgelegt und nach Billigung unverzüglich durch Worthington Steel veröffentlicht, woraufhin die Angebotsfrist beginnen wird. Der Abschluss des Übernahmeangebots wird laut Worthington Steel für das zweite Halbjahr 2026 angestrebt. Das geplante Übernahmeangebot steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 65 Prozent aller ausstehenden Aktien von Klöckner & Co, der Erteilung behördlicher Freigaben sowie weiterer üblicher Vollzugsbedingungen. Worthington Steel wird die Angebotsunterlage und weitere Informationen in Bezug auf das Übernahmeangebot auf ihrer Website zugänglich machen.

Foto: Klöckner & Co

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